Hakuna Matata

I remember the day when I was asking John-the-man, my classmate from Tanzania, what it means: hakuna matata? And he wrote it back on that little piece of paper: no problems, everything is just fine.
This is maybe what this baobab infront of the palace in Recife is guarding from his roots till the very top of its big crown: the spirit of hakuna matata. The tree is famous and we were told on our little city-tour that he was a present of … to … (popular politics of some former times). I don‘t mind, for me it was a great present to be there.
And an even bigger present of this tour were the friendships that might grow in the future („besser als Gold“)

Baobab

New blog

I‘m getting into it: blogging, even if you don‘t know your readers (if any?!) is a way to become the journalist I‘ve wanted to be as a teenager. So I gave a big YES to the idea of creating an Innovate-Blog for and from the PhDs in the project.
And voila, here it is: http://innovateproject.wordpress.com/. Hence, I suppose that the posts of broader interest I will write there. They will be all in English, probably.

Busreisen und Gruppenstatik

Unser Vorausflug letzte Woche stellt sich für die Beteiligten heute in einem anderen Licht dar. Zuvor dachten wir: wir sind viel Bus gefahren, haben wenig gesehen, und uns kaum einen Überblick über das Untersuchungsgebiet verschaffen können. Dazu gehörte zum Beispiel, dass wir nie vor 12, dann aber meistens genau in der Mittagshitze in der Caatinga oder auf den Bewässerungsfeldern standen. Heute denken wir: immerhin standen wir überhaupt mal drauf. Die Busreise mit dem gesamten Projekt-Team, in zwei Bussen mit 50-60 Leuten ist ohne aufblasbare Nackenrolle eigentlich kaum zu bewältigen, da wir nur noch im Bus sitzen. Oder im Restaurant um zu essen, oder in der Hotellobby um aus- und einzuchecken.
Immerhin scheinen wir (SP2 und SP4) nun ein Basislager für die zukünftige Feldarbeit in Floresta gefunden zu haben, mit entsprechender Logistik und Ansprechpartnern. Der letzte Tag dieser Kaffeefahrt führt uns heute nach Itacuruba, wo wir mit dem Bürgermeister zu Mittag speisen werden. Derselbe machte auf dem Präsentationstag am Montag im MCT einen ziemlich fitten Eindruck, sein Vortrag war inhaltlich manchen andren husch vorbereiteten Präsentationen einiger Profs deutlich vorraus. Nachdem – gerüchteweise – das in Pernambuco geplante Atomkraftwerk nicht gebaut worden war (Kommentar des Erzählers dieser Anekdote: ein Bauer aus dem Umland meinte „also ich kenne mich ja nicht so gut aus mit diesen Dingen, aber eines ist sicher, wenn es was Gutes wäre, käme es bestimmt nicht hierher“), ist Itacuruba nun ausgestattet mit über 40 Fischtanks, in denen sich das Huhn des Wassers, der schmackhafte Tilapiá, tummelt. Die Produktion findet für Mäckes statt. Dies wollen wir fotografieren, so wie zuvor schon die Staumauer im Gebiet Xingo, den Touri-Ort Piranhas dort um die Ecke, die Staumauer „unseres“ Itaparica, und die bewässerte Kokosplantage, sowie uns gegenseitig beim zuppeln am Strohhalm der frisch aufgeschlagenen Kokosnuss.
Ansonsten ist natürlich fraglich, warum wir 1.000 km und mehr fahren müssen, um uns einen Propaganda-Film und einen reaktiven Vortrag der CHESFs vorführen zu lassen. Schließlich liefen solche Beiträge ja am Montag. Und ein weiterer Tag in Recife hätte dieser Veranstaltung auch nicht geschadet, dann hätte man das Pensum entzerren können. Es lauscht sich jedenfalls entspannter, wenn man davor nicht 6 Stunden im Bus gesessen hat.
Vielleicht sind wir nur ein Opfer der „Industria da seca“, die seit Jahren so verrufene Dynamik, die unter dem Vorwand, Trockenstress mildern zu wollen Gelder in die Region spült, die in sowieso schon dicke Taschen wandern. Zwei Real hat das Projekt jedenfalls direkt schon an einen local stakeholder gezahlt, als ich an einer Raste ein Netz Umbu-Früchte kaufte (Non-timber-forestry-product! sustainable livelihood!), direkt vom Sertanejo pernambucano.

An der UFPE

Die Bibliothek hier am Standort Energia Nuclear (die Umweltwissenschaften zählen dazu) der UFPE ist in einem beklagenswerten Zustand. Ein-Euro-Antiquariat wär noch zu hoch gegriffen, es ist eher eine Altpapiersammlung. Dafür gibts das WLan ohne weitere Umstände und so sitze ich hier am Rechner, und warte, dass Claudios Vorlesungen vergehen. Warum hab ich mich eigentlich nicht mit reingesetzt? Die Zeit zum Überlegen war zu kurz.
Zum Sonntag gabs gestern einen 5-Sterne-Ausflug, zum Strand der Insel Itamaracá, ans Forte Orange. Ohne viel Aufhebens sind wir einfach die 40km hingefahren, ich hab gebadet, es gab frittierten Fisch, und zwar die regionale Spezialität: Agulha („Nadel“), der so heisst wg. seines extrem verlängerten Mauls. Direkt am Strand befindet sich außerdem ein Projekt für den Peixe-Boi Marinha, den wir in seinen trüben Tanks besichtigt haben. Er ist heller und fetter als der Peixe-Boi am Amazonas.

Die Eindrücke, die ich in Pará und in Manaus gesammelt habe, lassen sich hier mit Recife nicht so richtig überein bringen. Die Stadt drückt viel weniger „Nordeste“ aus, sondern scheint eher nach Anschluss an Sao Paulo, Belo Horizonte und Brasilia zu streben. Vielleicht liegt es aber auch nur an dem ganz subjektiven Blickwinkel aus meiner Gastfamilie heraus, die ich zur Upper-Middleclass zählen würde. Unser erster Stop am Freitag noch auf dem Weg vom Flughafen war ein Nissan-Autohaus, wo der Vater (arbeitet bei der Stausee-Energiegesellschat CHESF) dabei war, sich ein neues Auto zu kaufen. In der Wohnung alles Flachbildschirme, interaktives Schlagzeug & Gitarre vom jüngeren Bruder; Claudio hat ein Smartphone, von dem er den Blick kaum abwendet, und egal wo es hingeht, wir fahren mit dem Auto.

Recife

Blick vom benachbarten Olinda auf die Skyline der Hauptstadt Pernambucos:

Für drei Wochen bin ich nun wieder in Brasilien. Es sah erst lange nicht so aus, als würde ich am Internationalen Kickoff-Meeting teilnehmen können, und dann hat sich das Blatt doch ganz plötzlich gewendet. Der Rest der Teilprojekt-Guppe trifft erst nächste Woche ein, dann machen wir einen ersten Ausflug ins Gelände. Der offizielle Teil des Meetings startet übernächsten Montag mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags, daran schließt sich dann eine Bus-Rundreise an verschiedene Stationen rund um den Itaparica-Stausee an. Zuletzt habe ich evtl. noch die Chance, das andere UG unserer brasilianischen Partner, in Patos (Projekt: TROPDRY) kennenzulernen.
Wie sagte die Stewardess, als sie von meinem brasilianischen Sitznachbarn erfuhr, dass Stilles Wasser auf Englisch „springwater“ heisst? „You never learn out!“